Karlsdialoge #030 mit Prof. Dr. Ekaterina Svetlova und Karl-Heinz Thielmann über die große Risikoverwirrung in der Finanzwelt

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“Eine Hauptursache für die verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise war, dass Anleger massiven Fehleinschätzungen in Bezug auf das Risiko von Kapitalanlagen unterlagen. Dies lag nicht zuletzt darin begründet, dass fast jeder hierunter etwas anderes verstand. An dieser Begriffskonfusion hat sich bisher nur wenig geändert.”

Mit diesen Sätzen beginnt die Publikation “Die große Risikoverwirrung” von Prof. Dr. Ekaterina Svetlova und Karl-Heinz Thielmann (beide lehren an der Karlshochschule International University).

Was ist eigentlich Risiko? Wie kann man es messen und warum wurde es bisher falsch eingeschätzt? Was bedeutet das für die Klein- und Großanleger? Was muss sich dringend ändern und wie kann man Risiko minimieren? Werden Kleinanleger von Banken überhaupt richtig beraten? All diesen Fragen gehen wir in diesem Podcast nach.

Links zur Sendung:
Die neu entwickelte Systematik der Risikoanalyse

Das Video zur neuen Systematik der Risikoanalyse

Ein praktisches Beispiel für Risikobewertungen vom letzen Jahr, die sich teilweise bewahrheitet haben.

Volatilität

Modern Portfolio Theory”

Capital Asset Pricing Model

Deutsche sind gut im Sparen aber schlecht im Vermögensaufbau

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2 Kommentare

  1. Das Grundproblem wurde auch im Podcast angesprochen. “Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen”. Die Finanzindustrie lebt aber nur von Prognosen (auch wenn es hier im Podcast Risiko genannt wird). Eine neuen Art eine Zukunftsprognose zu erstellen hilft da auch nicht weiter. Ob ich Schulnoten oder eine Zahl vorgelegt bekomme, ist mir als Kunde ja egal. Beide Informationen sind nichts Wert, der Kunde muss die Entscheidung Treffen und es muss Ihm klar sein, dass der Berater auch nur ein Mensch ist und damit auch nicht in die Zukunft schauen kann.

    Bei den Banken und Versicherung kommt noch das Problem der Bonuszahlungen an die Berater hinzu. Es wird ja Vorgegeben, von welchen Produkten wieviel pro Woche Verkauft werden müssen. Das bedeutet, dass ich je nach Vorgaben ein anderes Produkt empfohlen bekomme und das hat nichts mit meiner eigenen Finanzsituation zu tun.

    Der Podcast war wirklich gut, aber der Irrtum die Zukunft vorhersagen zu müssen, ist auch hier deutlich geworden und ich denke das ist ein Problem unserer Zeit.

    Bis in die 1920er Jahre war die Quote der richtigen Wettervorhersagen so gering, dass das Preußische Meteorologische Institut in Berlin ein Verbot Otto von Bismarcks befolgte, Wetterprophezeiungen herauszugeben und ich denke ein solches Verbot sollten wir auch im Finanzmarkt haben.

    • 1. Natürlich muss man sich Gedanken über die Zukunft machen, nicht nur bei Finanzanlagen. Gegenwärtiges Handeln hat immer Konsequenzen in der Zukunft, wenn man mögliche negative Folgen ignoriert, wird man später nur böse überrascht.
      2. Wir wollen nicht vorhersagen, was passiert (=>Prognose), sondern Transparenz darüber herstellen, was passieren kann. Ich denke, das ist ein wichtiger Unterschied.
      3. Es gibt Sachverhalte, die lassen sich kurzfristig nicht prognostizieren (wie die Börsenkurse morgen), andere lassen sich aber sogar auf Jahrzehnte relativ gut vorhersagen (wie z. B. die demografische Entwicklung). Viele ökonomische Variablen folgen langfristigen Trends bzw. Zyklen. Was kann falsch daran sein, möglichst viel darüber heraus zu finden?
      4. Ich habe ein grundsätzliches Problem mit der (typisch deutschen(?)) Idee, das, was nicht funktioniert, gleich zu verbieten. Inzwischen funktionieren kurzfristige Wetterprognosen ja ganz gut, und das wäre nicht so, wenn man nicht jahrzehntelang intensiv geforscht hätte. Insbesondere hat man aus den Fehlern der Anfangsjahre gelernt. Wenn man sich früher damit zufrieden gegeben hätte, dass man zum Wetter ja eh nichts sagen kann, gäbe es keine moderne Gesellschaft mit all ihren Transportmöglichkeiten.

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